Veränderungen am Geweih des Yakushima-Hirsches

19. Juli 2026

Mit dem Einsetzen des Frühlings kommt es zu einer Veränderung in einem bestimmten Körperteil des männlichen Yakushima-Hirsches.

Das ist... ein "Horn"!

Nur die männlichen Yakushima-Hirsche (eine Unterart des Japanischen Hirsches) tragen ein Geweih, das jedes Jahr Ende März abgeworfen wird. Dieser Vorgang wird als „Geweihabwurf“ bezeichnet und ist ein Phänomen, das bei Tieren aus der Familie der Hirsche zu beobachten ist.

Ein Männchen, das ein Horn verloren hat.
Ein Männchen, das ein Horn verloren hat.
Ein Männchen, das beide Hörner verloren hat.
Ein Männchen, das beide Hörner verloren hat.

Derzeit leben im Inokashira Park Zoo zwei Hirschkühe und ein Hirschbulle. Diesem Bullen fiel sein Geweih am 23. März dieses Jahres (2026) ab! Der Zeitpunkt des Geweihabwurfs kann zwischen der linken und rechten Seite um etwa einen Tag variieren. Es ist also ein großes Glück, wenn man noch ein Geweih am Körper sieht.

Wenn ein Hirsch sein Geweih abwirft, kann es an der Geweihbasis leicht bluten, aber keine Sorge. Nach ein paar Tagen verkrustet die gerötete Stelle und verschließt sich von selbst. Das Abwerfen des Geweihs ist ein natürlicher Vorgang bei Hirschen, und sie scheinen sich davon nicht sonderlich gestört zu fühlen.

Nach etwa zwei Wochen beginnt die abgetrennte Stelle anzuschwellen, und es wachsen neue Hörner nach, um sich auf die Paarungszeit im Herbst vorzubereiten.

Im Mai waren die Hörner gegabelt, doch Ende Juni waren sie etwa 50 cm lang und begannen sich in drei Teile zu spalten. Diese Hörner im Wachstumsstadium werden „Samthörner“ genannt und sind von Haut überzogen. Da sie mit Blut gefüllt sind, fühlen sie sich leicht warm und etwas weich an. Bei genauer Betrachtung kann man zudem feine Härchen erkennen, die um die Hörner herum wachsen.

Ein Horn, das sich in zwei Teile spaltet
Ein Horn, das sich in zwei Teile spaltet
Ein Horn, das sich in drei Äste teilt
Ein Horn, das sich in drei Äste teilt

Im Herbst (etwa Ende August bis September), sobald die Hörner ausgewachsen sind, wird die Hornhaut nicht mehr ausreichend durchblutet, trocknet aus und schält sich ab. Diesen Vorgang nennt man „Hornbruch“.

Zu dieser Jahreszeit kann man die Hirsche von Yakushima dabei beobachten, wie sie ihre Geweihe an Baumstämmen und Ästen reiben und dabei die verbliebene Rinde abschälen. Sobald sich die Rinde löst, kommen die harten, weißen Geweihe zum Vorschein. Diese werden als „Astgeweihe“ bezeichnet.

Während der Paarungszeit kämpfen männliche Hirsche mit ihren Geweihen um die Weibchen. Das siegreiche Männchen kann Nachkommen zeugen.

Derzeit beherbergt das Hirschgehege nur ein Männchen, sodass man sie nicht beim Kämpfen mit ihren Geweihen beobachten kann, aber man kann sie beim Schärfen ihrer prächtigen Geweihe sehen.

Die Hörner schälen sich.
Die Hörner schälen sich.

*Im großen Gehege befinden sich auch männliche Sikahirsche. Bitte beobachten Sie auch die Veränderungen an ihren Geweihen.

[Tierpflege- und Ausstellungspersonal des Inokashira Park Zoos, Onodera]

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