Ich untersuchte das Krokodilpräparat, das ich im Präparateraum gefunden hatte.
14. August 2026
Zoos halten lebende Tiere, doch leider werden verstorbene Tiere manchmal als Präparate oder Skelette konserviert. Diese Präparate sind wichtig, um das Aussehen der Tiere an zukünftige Generationen weiterzugeben, aber auch für die wissenschaftliche Forschung, die Bildung und Ausstellungen. Diesmal stellen wir die Krokodilpräparate-Untersuchung vor, die das Tierpflege- und Ausstellungsteam des Reptilienhauses durchgeführt hat.
Am 15. Juni dieses Jahres veranstaltete der Zoo von Ueno ein Event namens „Entspannte Zoo-Nacht & -Abend“, um auch Menschen mit Behinderungen einen Besuch zu ermöglichen. Im Rahmen der Veranstaltung hielt das Team der Reptilienausstellung einen Vortrag über Amphibien und Reptilien, anhand dessen die Besucher die Tiere berühren und von ihnen lernen konnten.
Ungefähr zu der Zeit, als wir mit den Vorbereitungen begannen, fragte mich die für die Präparateverwaltung zuständige Person, ob wir einige Präparate verwenden könnten, die wir normalerweise nicht für die Veranstaltung einsetzen. Also sah ich mich im Präparateraum um und fand ein ausgestopftes Krokodil, das zwar alt, aber in relativ gutem Zustand war.
Dieses präparierte Exemplar trug jedoch kein Etikett mit Angabe der Art oder des Herstellungsjahres. Der Zoo von Ueno blickt auf eine über 140-jährige Geschichte zurück, und die Aufzeichnungen einiger älterer Exemplare sind verloren gegangen. Glücklicherweise war das präparierte Tier in gutem Zustand, sodass wir beschlossen, die Krokodilart zu bestimmen, damit die Veranstaltungsteilnehmer es berühren konnten.
Zunächst untersuchten wir sorgfältig die Merkmale, die Krokodilarten unterscheiden, wie die Schnauzenform, die Zahnstellung und die Schuppenanordnung an Kopf und Hals. Wir kamen zu dem Schluss, dass es sich bei diesem Exemplar wahrscheinlich um ein Krokodil aus der Familie der Alligatoren (Alligatoridae) handelte, da die Zähne des Unterkiefers selbst bei geschlossenem Maul kaum sichtbar waren. Anschließend überprüften wir jede einzelne Schuppe im Nacken und die Schnauzenform, um die infrage kommenden Arten schrittweise einzugrenzen, indem wir uns fragten: „Wenn dieses Merkmal vorhanden ist, handelt es sich nicht um diese Art.“ Aufgrund der äußeren Merkmale schien es sich am ehesten um einen Brillenkaiman zu handeln. An diesem präparierten Exemplar konnten wir jedoch die eindeutigen Merkmale, die die Art identifizieren, wie beispielsweise den namensgebenden Kamm zwischen den Augen, nicht bestätigen.
Um diese Hypothese zu untermauern, überprüften wir die Aufzeichnungen über die in der Vergangenheit im Zoo von Ueno gehaltenen Krokodile und suchten nach präparierten Exemplaren. Wir konnten bestätigen, dass dort in der Vergangenheit Brillenkaimane gehalten wurden, fanden jedoch keine Hinweise auf präparierte Tiere.
Wie oben beschrieben, hatte jede Untersuchung ihre Grenzen, und letztendlich konnten wir die Art des präparierten Exemplars nicht bestimmen. Um die Art zukünftig eindeutig zu identifizieren, sind vermutlich Untersuchungen erforderlich, die über äußere Merkmale hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise die Untersuchung verbliebener Knochen mittels Röntgen oder Computertomographie sowie DNA-Analysen des Hautgewebes. Die endgültige Artbestimmung bleibt daher eine Herausforderung. Aus diesem Grund entschieden wir uns bei der Veranstaltung, das präparierte Exemplar zu verwenden, nachdem wir den Teilnehmern erklärt hatten: „Es handelt sich höchstwahrscheinlich um einen Brillenkaiman, aber wir können dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit sagen.“
Am Tag der Veranstaltung konnten viele Besucher das ausgestopfte Krokodil berühren und seine Größe und Körperstruktur selbst erleben. Einige waren überrascht und fragten: „Ist das ein echtes Krokodil?“, andere ertasteten vorsichtig die Schuppen, und manche kleine Kinder erschraken vor seiner imposanten Erscheinung. Besonders eindrücklich war, dass die Besucher durch diese Berührung die Größe und die körperlichen Merkmale von Krokodilen hautnah erfahren konnten, da man sie sonst nur durch Glas betrachtet.
Im Zoo halten und präsentieren wir nicht nur lebende Tiere, sondern konservieren auch verstorbene Tiere als Präparate und nutzen diese so oft wie möglich für Ausstellungen und Bildungsangebote. Wir beabsichtigen, diese Präparate auch weiterhin sorgsam zu verwenden und die Möglichkeiten, mehr über Tiere zu lernen, auszubauen.
[Ueno Zoo, Reptilienhauspfleger]

