Anästhesie bei Tieren: Atemmanagement

16. Januar 2026

Zoos setzen Narkosemittel mitunter für Tieruntersuchungen, Behandlungen und den sicheren Transport ein. Zwar versetzt die Narkose die Tiere in einen schlafähnlichen Zustand und ist unerlässlich, um Stress und Angstzustände im Zusammenhang mit der Behandlung zu reduzieren, sie birgt jedoch auch Risiken wie eine verminderte Herz- und Lungenfunktion, eine verlangsamte Durchblutung und eine abgeschwächte Atmung.

Deshalb überwachen Zootierärzte die Atmung von Tieren unter Narkose sorgfältig und berücksichtigen dabei die Tierart und das Gewicht. In diesem Artikel stellen wir drei wichtige Instrumente vor, die dabei zum Einsatz kommen: Endotrachealtuben, Laryngoskope und Beatmungsgeräte.

Ein Endotrachealtubus ist ein Schlauch, der vom Kehlkopf, der sich in der Mitte des Rachens im hinteren Mundbereich befindet, in die Luftröhre eingeführt wird. Er gewährleistet die Atemwege und ermöglicht so die stabile Zufuhr von Narkosegas und Sauerstoff während der Narkose. Außerdem verhindert er, dass Speichel und Erbrochenes in die Luftröhre gelangen.

さまざまなサイズの気管内チューブ
Endotrachealtuben in verschiedenen Größen

Ein Laryngoskop ist ein Instrument, bei dem die Zunge den Eingang zur Luftröhre am Ende des Kehlkopfes nach unten drückt und ausleuchtet, wodurch das Einführen eines Tubus in die Luftröhre erleichtert wird.

In Tierkliniken werden je nach Tierart, Maulgröße, Gewicht und Trachealdurchmesser Endotrachealtuben und Laryngoskope in verschiedenen Größen verwendet.

さまざまなサイズの喉頭鏡
Laryngoskope in verschiedenen Größen

Sollte die Atmung eines Tieres wider Erwarten flach und schwach werden, wird ein Beatmungsgerät über einen Schlauch angeschlossen, um die Atmung zu unterstützen. Dieses Gerät führt dem Tier in einem gleichmäßigen Rhythmus Sauerstoff zu und erhält so sein Leben aufrecht. Menge und Häufigkeit der Sauerstoffzufuhr werden präzise an die Narkosetiefe angepasst.

Während der Narkose überwachen Tierärzte und Pfleger die Atemfrequenz, die Brustkorbbewegungen sowie die Farbe von Zunge und Schleimhäuten des Tieres. Sie kontrollieren außerdem Pulsfrequenz und -kurve im Elektrokardiogramm und hören Herz- und Lungengeräusche mit einem Stethoskop ab. Diese und weitere Methoden ermöglichen es den Tierärzten, den Herz- und Atemzustand des Tieres direkt zu überwachen und im Notfall sofort reagieren zu können.

Ein wesentliches Merkmal des Anästhesiemanagements in Zoos sind die erheblichen Unterschiede in Körperbau und Atmungsmechanismen der Tiere. Zoos, die eine Vielzahl von Tieren beherbergen, darunter Säugetiere, Vögel und Reptilien sowie Tiere unterschiedlicher Größe, erfordern die Auswahl geeigneter Endotrachealtuben und Laryngoskope sowie individueller Beatmungstechniken für jedes einzelne Tier.

気管内チューブを使用して麻酔中のライオンの呼吸管理をしているようす
Die Atmung eines narkotisierten Löwen mithilfe eines Endotrachealtubus steuern

Die Narkose eines Tieres ist immer eine heikle Angelegenheit, daher sind sorgfältige Vorbereitung und Simulation unerlässlich. Wir besprechen den gesamten Ablauf – von der Narkoseeinleitung bis zum Aufwachen des Tieres – ausführlich mit den Tierpflegern und berücksichtigen dabei Alter und Temperament des Tieres. Wir arbeiten kontinuierlich daran, die tiermedizinische Versorgung in Zoos zu verbessern, um Narkosen in Zukunft sicher durchführen zu können.

[Kato, Abteilung Tierklinik, Bereich Tierpflege und -ausstellung, Zoologischer Park Tama]