Der Südliche Tamandua mit seiner unverwechselbaren schwarzen, westenartigen Zeichnung ist dank seines Aussehens und seiner einzigartigen Bewegungen zu einem stillen Liebling im „Vogelhaus“ im Ostgarten des Ueno-Zoos geworden.

Im Zoo von Ueno gab es in der Vergangenheit bereits zwei Zuchtversuche, doch das Muttertier, „Ai“, starb im Jahr 2015, sodass das Vatertier, „Coco“, keine Möglichkeit mehr hatte, sich fortzupflanzen.
Coco ist das älteste Tamandua Japans, aber immer noch jung und aktiv und verbringt ihre Tage voller Energie. Voller Hoffnungen für Coco ist nun eine lang ersehnte Braut aus dem Noichi-Zoo der Präfektur Kochi eingetroffen. Ihr Name ist Natsu, und sie wurde im August 2013 geboren. Sie hat das charakteristische schwarze Westenmuster des Südlichen Tamandua und ein wunderschönes Fell.
Die Zahl der in japanischen Zoos gehaltenen Südlichen Tamanduas ist rückläufig, und 2015 wurden sie vom Japanischen Verband der Zoos und Aquarien als eigenständige Art anerkannt (eine Art, für deren Erhaltung aktiv gesorgt wird). Geplante Umsiedlungen zu Zuchtzwecken wurden durchgeführt, und Natsus Ankunft im Zoo ist beschlossene Sache.
Etwa einen Monat nach ihrer Ankunft im Zoo im September 2016 gewöhnte sich Natsu allmählich an ihre Umgebung im Gehege außerhalb der Ausstellungsräume und im Nachbargehege von Coco. Ende Oktober zog sie dann zu Coco. Beim ersten Zusammenleben näherte sich Coco Natsu, um ihren Geruch zu überprüfen, woraufhin Natsu sie bedrohte und es zu einem Gerangel kam.
Selbst nach längerem Zusammenleben geraten sie immer wieder unerwartet in Streit. Ihr Fell hat die Farbe eines Wrestling-Anzugs, was zwar komisch aussieht, uns Tierpfleger aber große Sorgen bereitet.

Da baumbewohnende Ameisenbären sehr scharfe Krallen besitzen, besteht Verletzungsgefahr. Manchmal gerät die Situation außer Kontrolle und die Tiere müssen zwangsweise getrennt werden. In letzter Zeit verbringen sie jedoch wieder mehr Zeit friedlich miteinander, beispielsweise beim gemeinsamen Fressen. Wir hoffen, dass sie sich auch weiterhin gut verstehen und so für die Brutzeit gerüstet sind.
Sollten Sie die beiden einmal zusammen antreffen, könnten Sie Zeuge eines kleinen „Kampfes“ werden. Es ist ein niedliches Gerangel, aber bitte beobachten Sie es leise.
[Miki Ogawa, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Ostgarten, Zoo Ueno]
(20. Januar 2017)