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Veranstaltungen
Neue Initiativen zur Förderung des Naturschutzes
└─ 19.05.2023
Bis heute haben die Zoos der Präfektur Tokio umfangreiche Erfahrungen in der Entwicklung von Technologien und der Erzielung von Zuchterfolgen für verschiedene seltene Arten gesammelt, darunter die Entwicklung von künstlichem Futter für den Japanischen Schopfibis und die Entwicklung von Zuchttechniken in Gefangenschaft für den Weißstorch.

Im Jahr 2006 wurde die Tokyo Zoological Park Society als Betreibergesellschaft ausgewählt und übernahm den Betrieb von drei städtischen Zoos und einem Aquarium. Damals wurde die Förderung des Artenschutzes als eines ihrer Geschäftsziele festgelegt, und innerhalb der Abteilung Tierpflege und -ausstellung des Tama Zoological Park wurde das Zentrum für Artenschutz (im Folgenden: Artenschutzzentrum) gegründet, um Artenschutzprojekte für die städtischen Zoos und Aquarien zu koordinieren. In diesem Geschäftsjahr wurde das Artenschutzzentrum in eine Abteilung unter der Leitung der Allgemeinen Verwaltung umstrukturiert. Es verfügt nun über ein neues Zwei-Abteilungen-System – eine Forschungsabteilung und eine Artenschutzabteilung – und wird seine Forschungs- und Artenschutzaktivitäten weiter vorantreiben.


Japanischer Schopfibis

Seit 2006 arbeitet das Naturschutzzentrum an der Geschlechtsbestimmung und Abstammungsprüfung von Vögeln mittels DNA-Analyse sowie an der Analyse von Brunstzyklen durch Messung von Sexualhormonen in Kot oder Blut. Mithilfe biotechnologischer Verfahren unterstützt es die Zucht seltener Arten in den Zoos der Präfektur Tokio. Darüber hinaus fördert es die Ex-situ-Erhaltung, beispielsweise durch die Zucht seltener japanischer Vögel wie der Japanischen Waldtaube und des Alpenschneehuhns in Gefangenschaft, und entwickelt künstliche Brut- und Aufzuchtmethoden. Gleichzeitig leistet es Beiträge zur In-situ-Erhaltung, etwa durch ökologische und Habitat-Erhebungen seltener, in Tokio heimischer Arten (Populationen), darunter der Japanische Feuerbauchmolch und der Tokio-Medaka (eine in Tokio heimische Population des Südlichen Medaka). Diese drei Schwerpunkte haben zu bedeutenden Erfolgen im Artenschutz der vier Zoos geführt.

Die Lage der Wildtiere weltweit verschärft sich zusehends. Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) führte 2022 rund 42.000 gefährdete Arten auf ihrer Roten Liste– fast viermal so viele wie vor 20 Jahren. Auch in Japan steigt die Zahl der gefährdeten Arten auf der Roten Liste des Umweltministeriums mit jeder Aktualisierung weiter an; in der Ausgabe von 2020 wurden über 3.700 Arten als gefährdet eingestuft.
 
Das oberste Ziel des Naturschutzes ist es, Wildtierpopulationen langfristig in ihren natürlichen Lebensräumen in einem guten Zustand zu erhalten. Ex-situ-Schutzmaßnahmen können besonders wirksam sein, wenn sie mit In-situ-Schutzmaßnahmen verknüpft werden.

Die Internationale Union für Naturschutz (IUCN) verfügt über verschiedene Komitees. Die Fachgruppe für Naturschutzplanung (CPSG) innerhalb der Artenschutzkommission hat jedoch den sogenannten „Ein-Plan-Ansatz“ eingeführt, um den Schutz gefährdeter Arten effektiv und effizient zu fördern. Dieser integrierte Schutzplan berücksichtigt alle Populationen innerhalb und außerhalb ihres Lebensraums und bindet Naturschützer, Experten für die Zielarten, Regierungen und Landbesitzer von der Planung bis zur Umsetzung ein. Dieser Ansatz wurde auch in die Schutzstrategie des Weltverbands der Zoos und Aquarien (WAZA) aufgenommen und wird zum Schutz verschiedener gefährdeter Arten eingesetzt.

Die Tokyo Zoological Park Society hat bereits Mitarbeiter zu den Jahreshauptversammlungen der CPSG und der WAZA entsandt, um Informationen zu sammeln, und hat zudem gemeinsam mit CPSG-Experten im Rahmen von Workshops Schutzpläne für die Japanische Waldtaube entwickelt. Um den Artenschutz zukünftig weiter voranzutreiben, ist es wünschenswert, die Bemühungen zum Schutz wildlebender Populationen – sowohl direkt als auch indirekt – durch die Zusammenarbeit mit Experten und Interessengruppen im In- und Ausland zu verstärken und den Umfang der Schutzmaßnahmen zu erweitern.


Japanische Ringeltaube

Die neu eingerichtete Forschungsabteilung wird neben herkömmlichen DNA-Tests und Hormonanalysen neue Forschungsthemen erforschen. Darüber hinaus plant sie, grundlegende Informationen zu sammeln und zu nutzen, die zu Naturschutzmaßnahmen innerhalb und außerhalb des natürlichen Lebensraums beitragen, einschließlich der Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Forschung mit Tieren in Gefangenschaft. Die Abteilung wird sich außerdem an den nationalen und regionalen Schutz- und Zuchtprogrammen für seltene Wildtierarten beteiligen und die Entwicklung von Zucht- und Aufzuchttechniken für gefährdete Arten vorantreiben. Das Naturschutzzentrum plant zudem, die Öffentlichkeit durch Vorträge und seine Website über den Wildtierschutz in Zoos und Aquarien zu informieren.

Der Artenschutz kann nicht allein von den Zoos und Aquarien der Präfektur Tokio bewältigt werden. Im Rahmen der neuen Struktur des Naturschutzzentrums werden wir die Zusammenarbeit mit Zoos, Universitäten und Forschungseinrichtungen im In- und Ausland weiter fördern, um den Artenschutz voranzutreiben.

[Sakata, Forschungsabteilung, Zentrum für Wildtierschutz, Abteilung Allgemeine Angelegenheiten]

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