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Es war ein sehr windiger Tag. Anna, ein vierjähriges Schimpansenweibchen, kletterte an einem im Wind schwankenden Ast auf einen Baum, der von einem Elektrozaun umgeben war. Sie sah so glücklich aus, als sie Blätter fraß und sich entspannt zwischen den Ästen einkuschelte. Als ich sie so sah, dachte ich: „Ich wünschte, ich könnte sie auf den Baum klettern lassen …“
Ein älterer Kollege hatte also die Idee, das Fundament, in dem die Baumstämme ursprünglich verankert waren, zu verändern und Holz einzusetzen, woraus der sogenannte „Topf“ entstand. Es handelt sich dabei um einen Metallzylinder zur Unterstützung des Holzes.
Da die Gefahr bestand, dass kräftige Männer die Stützen selbst nach der Installation wieder herausziehen könnten, haben wir sie so konstruiert, dass sie mit Bolzen befestigt werden können. Als Stützen verwendeten wir Bäume aus dem Park, die ohnehin gefällt werden sollten, sowie Bäume aus dem Gebüsch.
Das Tragen des Holzes und das Einsetzen in die Töpfe war ziemlich mühsam. Je nach Holzart mussten wir es manchmal mit Seilen auf einen Pickup-Truck binden und vier oder fünf Leute brauchten, um es hochzuziehen und in den Topf zu stecken.
Wie erwartet, umringten die Schimpansen die Kinder als Erste. Angeführt von Anna, kletterten sie nacheinander auf die Bäume. Sie rüttelten daran, sprangen von Türmen und Drähten, fraßen Blätter, schabten an der Rinde und nutzten sie als Ameisenhügel und Futtersuchgeräte (Spielzeuge, mit denen man mithilfe von Ästen Futter aus Behältern holt)... sie taten, was immer sie wollten! Aber mehr denn je wirkten sie voller Leben.
Trotz unserer Bemühungen, die Bäume aufzustellen, verwelken sie schnell, aber wir haben gelernt, dass sie je nach Art und Größe des Baumes ein bis zwei Wochen lang überleben können.
Das Aufstellen eines Kletterbaums erfordert Entschlossenheit und Ausdauer, daher kommt es nur unregelmäßig zu Ersatzlieferungen. Sie können aber mit etwas Glück Schimpansen beim Klettern beobachten. Kommen Sie vorbei und erleben Sie die typischen Bewegungen der Schimpansen!
[Shinichi Kioka, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Nordgarten des Tama-Zoos]
(5. März 2010)
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