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Veranstaltungen
Die Schimpansen Anna und Bonbon lösen sich von ihrer Mutter.
└─16.08.2013

Wildlebende Schimpansen erreichen mit etwa acht oder neun Jahren ihr „Jugendstadium“ und bereiten sich darauf vor, sich der Gruppe der Erwachsenen anzuschließen. Dies ist eine entscheidende Phase, in der sie sich von ihren Müttern trennen, allmählich wie Erwachsene behandelt werden und ihre Beziehungen zu anderen Gruppenmitgliedern vertiefen.
Der Tama-Zoo beherbergt außerdem zwei Schimpansen, Anna und Bonbon, die sich im Jugendalter befinden. Seit Mai werden Mutter und Kind getrennt gehalten, um sie auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten.

Anna (weiblich, 8 Jahre alt) lebte zuvor mit ihrer Mutter Marina und ihrem Bruder Max zusammen. Um ihre Selbstständigkeit zu fördern, erhielt sie ab dem 13. Mai 2013 ein eigenes Schlafzimmer und wurde tagsüber in ein anderes Gehege als Marina und Max gebracht.

Anna wirkte zunächst verwirrt, beruhigte sich aber nach ein paar Tagen und gewöhnte sich schnell an das Alleinleben. Als sie am 6. Juni wieder mit Marina und den anderen ins Gehege durfte, schien sie über das lang ersehnte Wiedersehen nicht sonderlich erfreut, und ihre Gelassenheit fiel auf. Ich denke, das liegt zum Teil daran, dass Marina ihr seit Max' Geburt nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt hat, aber wenn ich Anna so beobachte, denke ich nur: „So sind Teenager eben.“

Die Situation für Bonbon (männlich, 7 Jahre alt) gestaltete sich hingegen etwas anders als für Anna. Bonbon, der allein mit seiner Mutter Cherry lebte, war sehr anhänglich. Auch Cherry schien ihren Sohn zu vergöttern. Als sie am 2. Juni getrennte Schlafplätze bekamen, blickte Bonbon Cherry mit ängstlichem Ausdruck durch das Guckloch an. Am nächsten Tag wurden die beiden in getrennte Gehege gebracht, doch sie waren unruhig, schrien und machten laute Geräusche voneinander.

Als sie am 6. Juli wieder vereint wurden, trug Cherry Bonbon unter dem Arm, als wollte sie sagen: „Ich verlasse dich nie wieder!“, und hinderte ihn daran, das Zimmer allein zu betreten. Das entlockte allen Verantwortlichen ein gequältes Lächeln. Mehr als ein Monat ist seitdem vergangen, und sie scheinen sich nun an die Trennung gewöhnt zu haben und gehen problemlos in den Schlafbereich und wieder hinaus. Allerdings verbringen sie immer noch viel Zeit gemeinsam im Freilaufgehege, sodass es wohl noch etwas dauern wird, bis Mutter und Kind voneinander unabhängig werden.

Foto oben: Anna entspannt in ihrem Zimmer.
Foto unten: Bonbon verbringt Zeit mit ihrer Mutter Cherry im Gehege.

[Mai Nakajima, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Nordgarten, Tama Zoologischer Park]

(16. August 2013)



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