Der Tama-Zoo verfügt über zwei Gehege für Goldtakine. Im kleineren Gehege links verbringen drei Goldtakine ihre Tage zusammen.

Oben links: Weibliches „Hoi“, oben rechts: Männliches „Outen“, unten: Weibliches „Reika“Das Männchen „Outen“ wurde 2010 geboren und hat, wie sein Name „Golden“ schon sagt, ein wunderschönes goldenes Fell. Das Weibchen „Hoi“ wurde ebenfalls 2010 geboren. Ein weiteres Weibchen, „Reika“, kam im März 2014 zur Welt und ist Hois Nachkomme. Reika ist die Jüngste der drei und die Kleinste; ihre Hörner wachsen noch und sind daher noch kleiner, weshalb sie leicht zu erkennen ist.
Nur die Männchen haben goldenes Fell; die Weibchen sind beige. Zudem kann das klebrige Öl, das ihre Haut absondert, sie bräunlich erscheinen lassen. In dieser Jahreszeit, wenn es wenig regnet, haben die Weibchen weniger Gelegenheit, das Öl abzuwaschen, und ihr Fell wird noch dunkler braun.
Bis etwa zum Sommer war die Ölproduktion bei Baby Reika nicht sehr auffällig, aber ab etwa Oktober konnte ich bei genauerem Hinsehen ein rötlich-braunes Öl um ihren Kopf herum erkennen und hatte das Gefühl, dass sie allmählich wie ein erwachsenes Tier wurde.

Outen und Reika geraten aneinander.Und in letzter Zeit haben wir eine noch deutlichere Verhaltensänderung bei Reika beobachtet. Seit Dezember gerät sie immer wieder mit dem Männchen Outen aneinander. Früher verbrachte Reika die meiste Zeit in der Nähe ihrer Mutter Hoi, doch mit zunehmendem Alter hielt sie sich immer seltener von ihr auf.
Reika hatte jedoch eine etwas schüchterne Seite, daher war ich überrascht und besorgt, als ich sie zum ersten Mal mit Outen aneinandergeriet sah. Ich dachte: „Wird Reika das überstehen?“ Doch meine Sorgen erwiesen sich als unbegründet. Ich beobachtete sie genauer und sah, wie Reika kraftvoll auf Outen zustürmte, als wollte sie sagen: „Ich bin dir ebenbürtig!“ Da sie kleiner und wendiger als Outen war, schien sie um ihn herumzuspringen und ihn dabei völlig auszumanövrieren. Ihre Mutter Hoi blieb derweil ruhig und unbeeindruckt.
Reika gerät manchmal mit Hoi aneinander, doch mit Outen scheint sie das häufiger zu tun. Um Outens großen, imposanten Hörnern auszuweichen, schiebt sie ihren Kopf geschickt zwischen Outens Gesicht und Hals.
Outen hingegen stößt Reika nicht mit aller Kraft zurück, sondern beobachtet ihre Bewegungen und nimmt eine defensive Haltung ein, wobei er scheinbar seine Kraft anpasst. Es gibt sogar Momente, in denen der größere Outen unter Reika steht.
Outen und Reika sind zwar nicht Vater und Tochter, aber sie teilen sich seit Reikas achtem Lebensmonat das Gehege. Takine legen ihre soziale Rangordnung innerhalb ihrer Gruppe durch Kopfstöße fest. Ich verfolge Reikas Entwicklung mit großem Interesse und bin überzeugt, dass sie durch diese täglichen Interaktionen auch soziale Kompetenzen entwickelt.
[Hatsue Namaizawa, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Südgarten, Tama Zoologischer Park]
(8. Januar 2016)