Im zweiten Stock des Hauptgebäudes des Insektariums im Tama-Zoo, neben dem Bienenmodell, kann man Wasserläufer beobachten. Derzeit befinden sich dort etwa 10 ausgewachsene Wasserläufer und viele frisch geschlüpfte, etwa 2 mm lange Larven.
Wasserläufer gehören wie Wanzen und Zikaden zur Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Ein charakteristisches Merkmal der Schnabelkerfe ist ihr strohhalmartiges Mundwerkzeug. Aufgrund ihrer geringen Größe ist es oft schwer zu erkennen, doch bei genauer Beobachtung sieht man, dass auch Wasserläufer ein solches Mundwerkzeug besitzen. Sie durchstechen damit die Körper kleiner Insekten, injizieren Verdauungssäfte, lösen die inneren Organe auf und saugen sie anschließend aus.

Wenn die meisten Menschen das Wort „Stinkwanze“ hören, denken sie wahrscheinlich zuerst an ihren Geruch. Aber auch Wasserläufer verströmen einen eigenen Geruch. Schon der Name „Wasserläufer“ gibt einen Hinweis darauf, wie dieser Geruch aussieht.
Es gibt anscheinend mehrere Theorien zum Ursprung des Namens „Amenbo“ (Wasserläufer), eine davon besagt, dass er so genannt wird, weil er einen süßlichen Duft verströmt. Anscheinend verströmt er tatsächlich diesen süßlichen Duft, wenn man ihn fängt und stört. Es ist kein unangenehmer Geruch wie der einer Stinkwanze, sondern eher ein angenehmer.
Ich wollte es auch riechen, also habe ich es mit den Fingern gekniffen und daran gerieben. Aber egal, wie oft ich es versucht habe, ich konnte den Süßstoff nicht riechen. Ist meine Nase unempfindlich, mache ich etwas falsch, oder liegt es daran, dass es sich um ein Exemplar handelte, das über Generationen gezüchtet wurde? Es ist ein Rätsel.
Ich würde das sehr gerne mit einem wilden Exemplar versuchen, aber um diese Jahreszeit sieht man keine Wasserläufer am Ufer. Im Winter ziehen sie sich vom Wasser zurück und überwintern an Land, unter Laub oder in Baumspalten. Sobald es wärmer wird, erwachen sie und kehren ans Wasser zurück. Hier in Tokio ist das wahrscheinlich um die Zeit der Kirschblüte. Wenn ich um diese Zeit einen Wasserläufer finde, möchte ich es gerne noch einmal mit einem wilden Exemplar versuchen.
[Keiichi Kusano, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Insektarium, Tama Zoological Park]
(18. März 2016)