Kennen Sie die Kinderbuchreihe „Harry Potter“? Dank dieser Reihe, die auch verfilmt wurde, ist ein Vogel sehr populär geworden: die Schneeeule im Eulengehege des Tama-Zoos.
In freier Wildbahn leben Schneeeulen in der Arktis und ernähren sich hauptsächlich von Nagetieren, den Lemmingen, und kleinen Vögeln.
Im Zoo werden die Tiere hauptsächlich mit Mäusen, aber auch mit Pferdefleisch und Hühnerköpfen gefüttert. Zu Beginn der Paarungszeit wird das Futter so nah wie möglich an die Männchen geworfen. Der Grund dafür ist die sogenannte Balzfütterung, bei der das Männchen dem Weibchen Futter (Mäuse) anbietet. Man glaubt, dass sich die Bindung zwischen Männchen und Weibchen durch diese Gaben vertieft.
Die Brut der Schneeeulen, die im Polarkreis leben, wird durch die Mitternachtssonne beeinträchtigt, wenn die Sonne nicht untergeht. Deshalb schalten Zoos ab Anfang Februar die Nachtbeleuchtung ein, um die Mitternachtssonne künstlich zu erzeugen.

Rechts ist das Weibchen, „Kimi“. Links ist das Männchen, „Thor“.Dieses Jahr hat Kimi (7 Jahre alt), eine weibliche Eule im rechten Raum des Eulengeheges, ein Ei gelegt. Sie schlägt mit dem Schnabel und droht jedem, der sich ihr nähert. Besuchern gegenüber scheint sie jedoch nicht so aggressiv zu sein. Woran liegt das? Wir Tierpfleger versuchen, das Gehege während der Eiablage so gut wie möglich zu meiden, gehen aber trotzdem manchmal hinein, um nach den Eiern im Nest zu sehen. Wir vermuten daher, dass sie uns gegenüber misstrauisch ist. Als ich mich umgezogen hatte und in ihre Nähe ging, hat sie mich überhaupt nicht bedroht. Möglicherweise erkennt sie uns an unserer Arbeitskleidung.
Wir haben bisher fünf Eier bestätigt. Wenn alles gut geht, können wir uns Anfang Mai auf gesunde Küken freuen. Seien Sie gespannt!
[Masataka Kawanabe, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Südgarten, Tama Zoologischer Park]
(26. April 2019)