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Das Kasai Rinkai Aquarium begann im Juli 2012 mit der Ausstellung des Japanischen Seebarsches (Lyophyllum decastes) in seinem Bereich „Tokyo Sea“. Dies war das erste Mal, dass das Aquarium die Qualle vom Polypenstadium bis zur ausgewachsenen Qualle aufgezogen hatte.
Viele Quallen durchlaufen zwei Lebensphasen: eine, in der sie im Meer treiben, und eine weitere, in der sie sich festsetzen. Während der festsitzenden Phase ähneln sie Seeanemonen und werden Polypen genannt. Von diesen Polypen lösen sich Ephyren, die Quallenlarven, ab und wachsen zu den uns heute bekannten Quallen heran.
Die ausgestellten roten Quallen sind Exemplare, die wir über einen längeren Zeitraum sorgfältig aus Polypen aufgezogen haben, die wir im Februar 2012 vom Aquarium Marinepia Nihonkai in Niigata erhalten hatten. Da rote Quallen empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren, hielten wir die Wassertemperatur unter 14 °C. Wir fütterten sie mit Salinenkrebsen, einer Zooplanktonart, und mischten mit zunehmendem Wachstum lebende Mysidengarnelen unter. Wir achteten außerdem auf die Strömungsstärke, damit die Quallen nicht auf den Beckenboden sanken oder gegen die Wände stießen, sondern sich langsam im Becken bewegten. Wir waren erleichtert, als ihr Aussehen und ihre Körperfarbe schließlich denen einer roten Qualle ähnelten.
Die Rote Qualle ist von Frühling bis Herbst in ganz Japan anzutreffen. Mit ihrem orangefarbenen, radialen Muster auf dem Schirm und den langen Tentakeln ist sie ein wunderschönes Tier, aber tatsächlich eine gefährliche Qualle. Wie viele wissen, besitzen die meisten Quallen Nesselzellen, sogenannte Nematocysten. Bei Kontakt mit einem Objekt durchstechen diese Nematocysten das Material und injizieren Gift. Die Nematocysten der Roten Qualle sind besonders kräftig, und ein Stich soll sehr schmerzhaft sein. Man kann auch von einer toten Qualle, die an Land gespült wurde, gestochen werden, daher ist Vorsicht geboten. Bei der Hitze, die einen schon beim Verlassen des Hauses ins Schwitzen bringt, zieht es viele an den Strand. Das Meer bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Schwimmen, Angeln und Erkunden der Gezeitentümpel. Doch Vorsicht: Auch gefährliche Tiere lauern dort.
[Namiko Tomura, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Kasai Rinkai Aquarium]
(3. August 2012)
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