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Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu, und der Jahreswechsel rückt immer näher. Das Tierkreiszeichen für das kommende Jahr ist die Schlange. Aus diesem Grund hat das Kasai Rinkai Aquarium in seinem Bereich „Tokyo Sea“ eine Ausstellung über Schlangensterne eröffnet, die mit Schlangen in Verbindung gebracht werden.
Welche Verbindung besteht also zwischen Schlangensternen und Schlangen? Die langen, schlanken Arme der Schlangensterne ähneln einem Schlangenschwanz, und der wissenschaftliche Name der Schlangensterne (Klasse Ophiuroidea) setzt sich aus Ophius (Schlange), ura (Schwanz) und oid (ähnlich) zusammen. Daher werden Schlangensterne auch als „Schlangenfische“ bezeichnet. Die Familie der Gorgonocephalidae, die ebenfalls zu den Schlangensternen gehört, ist nach der Gorgone benannt, einem Ungeheuer der griechischen Mythologie, dem lebende Schlangen aus dem Haar wuchsen.
Unter den diesmal ausgestellten Arten befinden sich der Rote Schlangenstern, der Große Schlangenstern, der Schwarze Schlangenstern und der Gefleckte Schlangenstern – allesamt Schlangensterne mit der Grundform, die fünf Arme besitzen.
Der Cenotezurumozuru hingegen, dessen seltsames Aussehen an verschlungene Ranken erinnert, scheint viele Arme zu besitzen. Bei genauerem Hinsehen wird jedoch deutlich, dass er, wie andere Schlangensterne auch, fünf Arme hat, die von seinem zentralen Körper ausgehen und sich an ihren Enden verzweigen. Im Aquarium kann man aus nächster Nähe beobachten, wie er diese Arme gelegentlich langsam bewegt.
Schlangensterne sind Lebewesen mit einem scheibenförmigen Körper (Scheibe) und typischerweise fünf, selten sechs Armen. Der Mund befindet sich in der Mitte der Unterseite der Scheibe und enthält lediglich einen sackartigen Magen; dieser Mund dient gleichzeitig als After. Schlangensterne leben an der Oberfläche des Meeresbodens, wo sie sich in Schatten und Sand eingraben. Manche Arten umschlingen auch andere Tiere wie Schwämme und Korallen. Sie bewohnen ein breites Spektrum an Lebensräumen, von flachen bis zu tiefen Gewässern, und weisen je nach Art eine große Vielfalt an Größen, Körperfarben und Mustern auf. Ihre Ernährung ist vielfältig und reicht von feinen Nährstoffen, die im Wasser und im Meeresbodensediment schweben, bis hin zu fleischfressenden und aasfressenden Arten, die Beute jagen. Viele Arten nutzen sogar je nach Situation unterschiedliche Nahrungsquellen. Die Arme eines Schlangensterns bestehen aus einer Reihe kleiner Knochenplatten, die sich frei biegen lassen, was ihnen ermöglicht, sich geschickt zu bewegen, wenn sie Beute fangen und zu ihrem Mund führen oder wenn sie sich schnell fortbewegen.
Die Schlangensterne im Aquarium sind nachtaktiv, tagsüber halten sie sich meist im Schatten auf und sind oft nur mit ihren langen, schlanken Armen zu sehen, die sie ausstrecken. Erinnern diese Arme an einen Schlangenschwanz? Vergleiche verschiedene Schlangensternarten.
Foto oben: Schwarzer Schlangenstern Foto: Arme eines schwarzen Schlangensterns, die hinter einem Objekt hervorragen. Foto unten: *Cenotaphus japonica*
[Emi Miura, Tierpflege- und Ausstellungsmitarbeiterin, Kasai Rinkai Aquarium]
(14. Dezember 2012)
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