Das australische Great Barrier Reef ist berühmt für seine riesigen Korallenkolonien. Das Kasai Rinkai Aquarium beherbergt ein Becken, das diesem Gebiet gewidmet ist und eine Vielzahl von Korallen zeigt. Korallen gibt es in verschiedenen Formen, beispielsweise tisch-, ast- oder brokkoliförmig, sodass sie Steinen oder Pflanzen ähneln, aber tatsächlich lebende Tiere sind.
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| Weidenblättriger Schildpatt | Polypen der Weichkoralle (Sarcophyton) |
Wenn Sie die Korallen in Ihrem Aquarium genauer betrachten, werden Sie feststellen, dass sie aus dichten Ansammlungen winziger, anemonenartiger Strukturen, den sogenannten Polypen, bestehen. Die meisten Korallen entstehen aus diesen Polypen, die sich immer wieder teilen und so große Klumpen (Kolonien) bilden.
Korallen benötigen Nährstoffe zum Wachsen. Zwar können sie mit ihren Polypen-Tentakeln Plankton fangen, doch viele Korallen leben in Symbiose mit Algen, den sogenannten Zooxanthellen, die die durch Photosynthese produzierten Nährstoffe aufnehmen.
Für die Gesundheit von Korallen ist die richtige Menge und Qualität an Licht, Wasserströmung und Wasserqualität unerlässlich. Beispielsweise wird spezielle Ausrüstung verwendet, um die Wasserqualität anzupassen, indem dem Aquarienwasser das für das Wachstum notwendige Kalzium zugesetzt wird. Da sich Korallen an Steinen und anderen Oberflächen festsetzen, können sie sich nicht an ihren bevorzugten Standort im Aquarium bewegen. Ob sie in einer guten Umgebung gehalten werden können, hängt daher vollständig vom Pfleger ab.
Durch sorgfältiges Beobachten und regelmäßiges Anpassen der Umgebung können Sie selbst sehen, dass die Korallen in Ihrem Aquarium groß und gesund wachsen.
Wir dürfen uns jedoch nicht in Sicherheit wiegen, nur weil die Korallen wachsen. Wenn sie einander zu nahe kommen, können sie ihr Wachstum einstellen oder sich sogar gegenseitig angreifen. Deshalb verändern wir die Position einer wachsenden Koralle oder schneiden sie zurück, sobald sie benachbarte Korallen zu berühren droht.
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| Wachsende Acropora-Korallen: Links: Juli 2017, Rechts: März 2018 |
Anfang Februar bemerkte ich, dass eine Weichkoralle (Sarcophyton) eine Zedernkoralle (Acropora spp.) zu berühren drohte. Deshalb schnitt ich mit einem Universalmesser ein Stück davon ab. Als ich das abgeschnittene Stück in das andere Aquarium setzte, war es zunächst vertrocknet, doch inzwischen ist die Schnittfläche mit dem Gestein verwachsen und die Polypen sind vollständig geöffnet. Ich war beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit dieser Tiere.
Korallen werden oft als Teil der Aquariumsgestaltung betrachtet, aber bitte nehmen Sie sich auch die Zeit, zu würdigen, dass es sich um ein Lebewesen handelt.
[Keisuke Ichikawa, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Kasai Rinkai Aquarium]
(5. April 2018)