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Veranstaltungen
Mandarinenten -- 01.12.2006

◎Der Kulturpark im Wandel der Jahreszeiten

Der Inokashira-Park-Zoo gliedert sich in den Hauptpark und den Anbau. Im Anbau befindet sich ein Museum für Wasserlebewesen mit Süßwasserfischen, und im Außenbereich werden zahlreiche Gänse und Enten gehalten. Seit 1988 konzentriert sich der Park auf die Zucht von Mandarinenten und setzt die gezüchteten Tiere im Inokashira-Teich aus.

Mandarinenten sind in ganz Japan, von Hokkaido bis Okinawa, heimisch und brüten dort. In Nordjapan ziehen sie im Winter nach Süden, während sie in Westjapan neben der einheimischen Population auch aus weiter entfernten Gebieten Nordjapans und des Kontinents zugeflogen kommen. Die im Kulturpark freigelassenen Mandarinenten scheinen sich in der gesamten Kanto-Region verbreitet zu haben. Im September 1981 wurde jedoch eine männliche Mandarinente in Primorje, nahe dem Ussuri-Fluss in Russland, 1300 Kilometer nördlich des heutigen Standorts, wiedergefunden, nachdem im September 1979 neun markierte Mandarinenten aus dem Zoologischen Park Tama freigelassen worden waren.

Die Beziehung zwischen Mensch und Mandarinente ist uralt und lässt sich in China seit 2.500 Jahren und in Japan seit 1.200 Jahren belegen. Die Mandarinenten, auch „Oshi“ oder „Shidori“ genannt, wurden von Schriftstellern seit der Antike verehrt und in Waka- und Haiku-Gedichten besungen. Sie finden sich in Werken wie dem Manyoshu, dem Nihon Shoki und dem Shinsen Wakashu bis heute wieder. „Im Teichwasser ragen die schwertartigen Federn der Mandarinente hervor, ihr Kampf um die Partnerin ist heftig“ – dieses Gedicht aus dem Shinsen Wakashu zeigt, dass das Verhalten der Mandarinente bereits damals bekannt war. Mandarinenten gelten seit Langem als Vögel mit starker Paarbindung und enger Verbundenheit. Um eine liebevolle Ehe zu beschreiben, verwenden Menschen Ausdrücke wie „Mandarinentenpaar“ oder „Mandarinenten-Eid“. Allerdings gibt es verschiedene Theorien über das Verhalten von Mandarinenten außerhalb der Brutzeit.

Die Mandarinente zeichnet sich durch das leuchtende Gefieder des Männchens aus. Obwohl sie für eine Ente klein ist, ist sie durch ihr weißes Gesicht, den roten Schnabel, die schillernde Haube, die sich vom Kopf bis zum Rücken erstreckt, die kastanienbraunen, gestreiften Federn um den Hals und die senkrecht abstehenden, rotbraunen, ginkgoblattartigen Federn am Bürzel von anderen Entenarten nicht zu unterscheiden.

Die Weibchen sind unscheinbar, mit einem dunkelgraubraunen Körper und grauweißen Abzeichen an Brust und Flanken. Die Männchen mausern sich ebenfalls etwa im Juni und erhalten ein ähnliches Gefieder wie die Weibchen. Sie sind jedoch an ihren roten Schnäbeln zu erkennen, während die Schnäbel der Weibchen dunkel sind. Im Oktober mausern sich die Männchen erneut und zeigen dann ihr prächtiges Federkleid. Die auffälligen Farben der Männchen dienen dazu, Weibchen als Partnerinnen anzulocken. Zoobesucher können diese Veränderungen vom Sommer zum Herbst beobachten.

[Ryoichi Miyaji, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Inokashira Park Zoo Aquatic Life Museum]

Foto oben: Männliche Mandarinente
Foto: Männliches und weibliches Mandarinentenpaar
Foto unten: Ein männlicher Vogel, dessen Gefieder nach der Mauser dem eines Weibchens ähnelt (Foto aufgenommen am 17. August 2003).

(1. Dezember 2006)



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