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Die Geschichte der Seidenraupen [Teil 1]: Ein bekanntes Insekt, über das wir aber eigentlich nicht viel wissen!? Ein Insekt, das im Leben der Menschen nützlich ist
└─08.01.2021
Ein Insekt, das seit über 4.000 Jahren gezüchtet wird und Produkte wie Kleidung, Lebensmittel, Kosmetika und Arzneimittel herstellt – was kommt Ihnen dabei in den Sinn? Wahrscheinlich denken Sie sofort an Kleidung. Richtig, das Insekt heißt Seidenraupe. Es produziert Seidenfäden, den Rohstoff für Seidenstoffe wie Seidenschals. Seide wird nicht nur als Faser verwendet, sondern auch zu Pulver oder Flüssigkeit verarbeitet und in Lebensmitteln und Kosmetika eingesetzt. Darüber hinaus findet sie in der Medizin als chirurgisches Nahtmaterial Verwendung.


Seidenraupen (Erwachsene und Kokons)

Seidenraupen spielen eine wichtige Rolle im Leben vieler Menschen, doch wie viele haben jemals eine gesehen? In den letzten Jahren ist die Seidenraupenzucht in Japan aufgrund des Aufkommens preiswerter Kunstfasern zurückgegangen, weshalb Seidenraupen heute nicht mehr so häufig anzutreffen sind. Allerdings betrieben in der frühen Showa-Zeit etwa 40 % aller Bauern die Seidenraupenzucht als Nebenerwerb, sodass manche Japaner vielleicht schon bei ihren Eltern oder Großeltern Seidenraupen gehalten bekommen haben.

Viele Menschen kennen Insekten nur als Produkte, haben sie aber noch nie lebend gesehen. Deshalb gibt es im Insektenökologiegarten des Tama Zoological Park eine Ausstellung. Dort werden etwas größere Larven und Kokons gezeigt. Mit etwas Glück kann man sogar die ausgewachsenen Tiere beobachten. Wir zeigen größere Larven, da frisch geschlüpfte Larven extrem klein sind und in einer Ausstellung wahrscheinlich nicht sichtbar wären.

Frisch geschlüpfte Larven werden „Kego“ genannt und sind weniger als 2 mm lang. Sie fressen gierig und wachsen, erreichen nach etwa 25 Tagen eine Länge von etwa 60 mm und ihr Gewicht nimmt im Vergleich zum Zeitpunkt des Schlüpfens um das etwa 15.000-fache zu.


Larve im fünften und im ersten Larvenstadium

Manche mögen zwar das raupenartige Aussehen von Schmetterlings- und Mottenlarven nicht, doch Seidenraupen sind etwas, das selbst diejenigen, die sich vor Raupen ekeln, einmal berühren sollten. Die großen Larven haben pralle, glatte Körper, die sich wie Seide anfühlen. Die Textur ähnelt der eines Babyarms, und man könnte schon nach dem ersten Mal süchtig danach werden, sie zu berühren. Sobald sich die COVID-19-Situation beruhigt hat, planen wir, Besuchern bei Veranstaltungen und anderen Anlässen die Möglichkeit zu bieten, sie zu berühren.

Die ausgewachsenen Insekten sind zudem weiß und mit flauschigem Fell bedeckt, was ihnen ein niedliches Aussehen verleiht. Ihnen dabei zuzusehen, wie sie ihre Fühler mit den Vorderbeinen putzen, erinnert an die Fellpflege eines Hamsters.


niedliches, flauschiges, ausgewachsenes Insekt

In Hino, wo sich der Tama-Zoo befindet, blühte einst die Seidenraupenzucht. Die Nachbarstadt Hachioji war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der „Seidenstraße“, Japans Pendant zur Seidenstraße, die die Kanto-Region mit dem Hafen von Yokohama verband. Aufgrund dieser Geschichte züchten einige Grundschulen in Hino und Hachioji sogar Seidenraupen im Rahmen ihres Lehrplans. Die Raupen werden mit Maulbeerblättern gefüttert, können aber auch mit künstlichem Futter aufgezogen werden und wachsen schnell. Dadurch eignen sie sich hervorragend, um die Insektenkunde zu erlernen. Darüber hinaus bietet ihre Kultur- und Industriegeschichte viele Einblicke, die sicherlich von Nutzen für die Bildung der Kinder sind.

Seidenraupen werden nicht nur für Produkte wie Seidenstoffe verwendet, sondern sind auch eine Augenweide, fühlen sich angenehm an und machen Freude bei der Aufzucht. Wir hoffen, dass Sie sich den Seidenraupen, die so nützlich für unser Leben sind, näher fühlen.

[Sasaki, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Insektarium, Tama Zoological Park]

(8. Januar 2021)


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