Für alle, die noch zur Schule gehen: Gibt es Fächer, in denen ihr besonders gut seid, und Fächer, in denen ihr Schwierigkeiten habt? Seit etwa zwei Jahren trainieren wir die drei Asiatischen Elefanten im Tama Zoological Park. Anfangs waren alle Elefanten ungefähr gleich gut, und es gab keine Unterschiede in ihren Leistungen beim Training. Mittlerweile hat aber jeder Elefant seine eigenen Stärken und Schwächen.

Links: Amara übt das Anlegen einer Fußfessel an ihrem Vorderbein. Rechts: Amara übt das Vorstrecken der Ohren für die Blutentnahme.Das Training besteht hauptsächlich aus dem Üben des Anhebens von Vorder- und Hinterbeinen, dem Üben des Anlegens von Fußfesseln (Vorrichtungen aus dickem Stoff und Metallverschlüssen) an die Vorderbeine zum Anbinden, dem Üben, sich vom Menschen am Schwanz berühren zu lassen, und dem Üben des Bewegens der Ohren zur Blutentnahme.
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Ein Artikel über das Training mit Fußkettchen, den ich zuvor vorgestellt habe (19. Dezember 2014)
Der jüngste Elefant, Vidura (7 Jahre), ist beispielsweise neugierig und hat einen großen Appetit. Deshalb ist er beim Training am eifrigsten dabei, scheint aber das Anbinden nicht zu mögen. Beim Anbinden werden die Elefanten zunächst mit einem dünnen Seil an die Berührung ihrer Füße gewöhnt und später mit Fußfesseln gefesselt. Obwohl Vidura sich an das Gefühl des Seils gewöhnt hat, zieht er seine Füße weg, sobald man versucht, ihm das Seil anzulegen. Dinge, die die anderen beiden Elefanten überhaupt nicht stören, scheinen Vidura zu beunruhigen.
Amara (10 Jahre), die für Vidura wie eine große Schwester ist, verliert manchmal die Konzentration und wirkt träge, ist aber beim Anlegen des Fußkettchens sehr gut. Das Tragen des Fußkettchens stört sie mittlerweile überhaupt nicht mehr. Bei Blutentnahmen fühlt sie sich jedoch von den dreien am unsichersten, weshalb wir sie besonders vorsichtig trainieren.

Menschen üben das Berühren des Schwanzes (Anura)Anura-Opa (62 Jahre), das älteste Männchen des Landes, ist der herausragendste der drei und hat bisher keine Übung verschmäht. Im Gegenteil, manchmal verweigert er das Training, wobei unklar ist, ob dies an seinem Alter oder seiner gewohnten Umgebung liegt. An warmen Tagen, wie im Frühling, scheint er das Sonnenbaden dem Training vorzuziehen, und manchmal reagiert er gar nicht auf die Anweisungen der Tierpfleger. Er ist der gelassenste der drei und trainiert stets in seinem eigenen Tempo, aber vielleicht ist es gerade die Weisheit des Alters, die ihn so ausgeglichen macht.
Dieses Trainingsprogramm, das wir mit dem Ziel der Gesundheitsvorsorge für die Elefanten ins Leben gerufen haben, wäre ohne ihre Mitwirkung nicht möglich. Wir hoffen, es auf eine Weise fortsetzen zu können, die uns beiden Freude bereitet und die Elefanten nicht abschreckt.
[Takuya Fujimoto, Tierpflege- und Ausstellungspersonal, Südgarten, Tama Zoologischer Park]
(30. Mai 2015)